Altersvorsorgedepot: Förderung, Kosten, Start 2027

Das Altersvorsorgedepot löst Riester ab: bis zu 540,00 € Grundzulage, Kostendeckel 1,0 % und Start am 1. Januar 2027. Hier siehst du, für wen es sich lohnt.
Sparschwein und Münzen auf einem Holztisch mit Notizblock
Recherchiert, geprüft und freigegeben von NilsStand: 28. Oktober 2026Änderungsprotokoll
Schreibtisch mit Taschenrechner, Brille und Kaffeetasse im Tageslicht
Symbolbild – KI-generiert

Der Riester-Ordner liegt noch in der Schublade, im Postfach stapeln sich schon die Vormerklisten. Das Altersvorsorgedepot ist der Riester-Nachfolger, bringt bis zu 540,00 € Grundzulage im Jahr und lässt sich ab dem 1. Januar 2027 abschließen. Hier siehst du, ob es zu dir passt und worauf du vor dem Abschluss achtest.

Was ist ein Altersvorsorgedepot?

Ein Altersvorsorgedepot ist ein Vertrag mit einem Anbieter. Dein Geld wird angelegt, auch in Fonds und ETFs, und vom Staat gefördert. Es gibt keine Garantie, dafür sind die Renditechancen höher, und hochspekulative Investments sind ausgeschlossen.

Unterschied zu Riester

Das Altersvorsorgedepot ersetzt das bisherige Riester-Sparen. Riester-Neuverträge nach altem Modell sind ab 2027 nicht mehr möglich. Bestehende Riester-Verträge laufen weiter, es gibt keine automatische Kündigung oder Umwandlung.

Für Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden, gelten bestimmte alte Vorschriften bis zum Beginn der Auszahlungsphase weiter. Du kannst freiwillig wechseln. Die bisherige Förderung bleibt dann erhalten.

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Seit wann gilt es, und wann kannst du abschließen?

Der Bundestag hat das Altersvorsorgereformgesetz am 27. März 2026 beschlossen. Der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu. Verkündet wurde es am 29. Mai 2026 im Bundesgesetzblatt, in Kraft trat es am Tag danach.

Die Reform gilt allerdings gestaffelt: Zentrale Teile greifen erst ab dem 1. Januar 2027, weitere ab dem 1. Januar 2028. Abschließen kannst du das Depot deshalb erst ab 2027. Was 2026 beworben wird, sind Vormerklisten.

Alte Riester-Verträge lassen sich nur noch bis Ende 2026 abschließen. Beim Altersvorsorgedepot gilt dagegen keine Eile: Die Förderung für das gesamte Jahr 2027 gibt es auch noch im Dezember 2027. Vormerklisten kannst du also gelassen sehen.

Bloß keine Hektik!

Ein Produkt ist erst mit Zertifizierung förderfähig, die das Bundeszentralamt für Steuern auf Antrag des Anbieters erteilt. Anfang Oktober 2026 war nach ersten Hinweisen noch kein Depot zertifiziert. Die Anbieterpreise stehen deshalb unter Vorbehalt. Wie du bei Verträgen den Überblick behältst, zeigen weitere Ratgeber im Magazin.

Der Fahrplan der Reform
Das Gesetz gilt längst, abschließen kannst du trotzdem erst 2027 – und dann das ganze Jahr lang.
27.03.2026Bundestag beschließt das Altersvorsorgereformgesetz
08.05.2026Bundesrat stimmt zu
29.05.2026Verkündung im Bundesgesetzblatt, einen Tag später in Kraft
Oktober 2026Stand dieses Ratgebers: Anbieter führen Vormerklisten, abschließen geht noch nicht
31.12.2026Letzter Tag für neue Riester-Verträge nach altem Modell
01.01.2027Altersvorsorgedepot kann abgeschlossen werden
31.12.2027Auch jetzt gibt es noch die volle Förderung für 2027
01.01.2028Weitere Teile der Reform greifen
Deshalb keine Eile: Wer erst im Dezember 2027 abschließt, bekommt die Förderung für das komplette Jahr 2027. Eine Vormerkliste ist kein Vertrag und sichert dir nichts.
Stand: 28.10.2026. Ein Produkt ist erst mit Zertifizierung durch das Bundeszentralamt für Steuern förderfähig.

Wie funktioniert die Förderung?

Hände ordnen Münzen zu kleinen Stapeln auf einem Tisch
Symbolbild – KI-generiert

Die Förderung hängt nur davon ab, wie viel du selbst einzahlst. Das Einkommen spielt für die Zulage künftig keine Rolle.

Zulagen im Überblick

Die Tabelle zeigt, welche Zulagen es gibt und welche Voraussetzungen gelten.

Förderung Höhe Voraussetzung
Grundzulage bis 540,00 € im Jahr 50 Cent je Euro bis 360,00 €, 25 Cent je Euro bis 1.800,00 €
Mindestbeitrag 120,00 € im Jahr 10,00 € im Monat, Grundzulage dann 60,00 €
Höchstbeitrag 6.840,00 € im Jahr Zulage steigt über 1.800,00 € nicht mehr
Kinderzulage 300,00 € je Kind und Jahr ab 300,00 € Beitrag im Jahr, Kindergeldbezug
Berufseinsteigerbonus einmalig 200,00 € Abschluss vor dem 25. Geburtstag
Ehepartner ohne Erwerbstätigkeit max. 175,00 € Grundzulage nicht erwerbstätig

Quelle: Bundesregierung, Stiftung Warentest, Abruf 28. Oktober 2026

Zulagen und Erträge fließen zusätzlich ins Depot. Die volle Kinderzulage gibt es ab 25,00 € Sparbeitrag im Monat.

Beiträge und Steuern

Beiträge plus Zulage sind bis 1.800,00 € im Jahr als Sonderausgaben absetzbar. Das Finanzamt prüft, ob ein Steuervorteil über die Zulage hinaus besteht. Ob sich das in deinem Fall lohnt, klärt das Finanzamt.

In der Ansparphase fallen keine Steuern auf Erträge und Kursgewinne an. Die Auszahlungen werden nachgelagert mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Ein ungefördertes Depot unterliegt dagegen der Abgeltungssteuer.

Das Beispiel zeigt den Höchstfall. Schon bei 120,00 € Eigenbeitrag im Jahr gibt es 60,00 € Grundzulage.

So wächst die Grundzulage mit deinem Eigenbeitrag

Bis 360 € legt der Staat 50 Cent je Euro drauf, danach 25 Cent. Ab 1.800 € Eigenbeitrag steigt die Grundzulage nicht mehr.

0 €180 €360 €540 € 0 €360 €1.800 €2.400 € 540 € ist das Maximum auch bei 6.840 € Eigenbeitrag Eigenbeitrag im Jahr

50 %

Förderquote bei 360 € Eigenbeitrag

30 %

bei 1.800 € – dem Maximum

7,9 %

bei 6.840 € Höchstbeitrag

Grundzulage ohne Kinderzulage und Berufseinsteigerbonus. Mindestbeitrag 120 € im Jahr ergibt 60 € Grundzulage. Stand: 28.10.2026.

Welche Produktarten gibt es und was kosten sie?

Hände pflanzen einen jungen Setzling in einen Topf
Symbolbild – KI-generiert

Standarddepot

Jeder Anbieter muss ein Standarddepot anbieten. Es besteht aus zwei Fonds, einem mit Aktien und einem risikoärmeren. Vor Rentenbeginn wird dein Geld automatisch umgeschichtet, eine Garantie gibt es nicht.

Die Effektivkosten sind auf 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt, inklusive der Kosten für Fonds und ETFs. Günstige Anbieter liegen deutlich darunter.

Freies Depot und Garantieprodukt

Der Kostendeckel gilt nur für Standarddepots. Andere Verträge mit mehr Fondsauswahl oder Garantien haben keinen Deckel. Die Verbraucherzentralen erwarten bei Premium-Modellen 1,5 bis 2,5 Prozent oder mehr – eine Einschätzung, keine Messung.

Garantieprodukte bleiben möglich, künftig mit zwei Stufen: 100 oder 80 Prozent der eingezahlten Beträge zu Beginn der Auszahlungsphase. Ein Rechenbeispiel zeigt, wie Kosten wirken: Bei 1,0 Prozent Effektivkosten, 40 Jahren Laufzeit und 6 Prozent Bruttorendite fließt etwa ein Drittel der Kapitalmarkterträge in die Kosten.

Ob ein ungefördertes ETF-Depot für dich besser passt, hängt von deiner Situation ab – lass dich unabhängig beraten. Steuern, Kosten und die begrenzte Produktauswahl solltest du vorher nachrechnen.

Vorteile
  • Kosten auf 1,0 % im Jahr gedeckelt, inklusive Fondskosten
  • Automatische Umschichtung vor Rentenbeginn
  • Günstige Anbieter liegen deutlich unter dem Deckel
  • Jeder Anbieter muss ein Standarddepot anbieten
Nachteile
  • Keine Garantie beim Standarddepot
  • Bei 40 Jahren Laufzeit geht etwa ein Drittel der Erträge in Kosten (Rechenbeispiel)
  • Kein Kostendeckel bei Premium-Modellen und Garantieprodukten

Wer ist förderberechtigt, und wie laufen Auszahlung und Wechsel?

Förderberechtigte

Förderberechtigt sind Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung sowie Beamte, Richter und Berufssoldaten. Neu dabei sind Selbstständige und Gewerbetreibende.

Auszahlung

Du wählst zwischen einer lebenslangen Rente und einem Auszahlplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr. Ein längerer Plan ist möglich.

Nach aktuellem Stand beginnt die Auszahlung frühestens mit 65 statt bisher 62 – außer du beziehst bereits eine gesetzliche Altersrente. Sie darf nicht nach dem 70. Geburtstag beginnen.

Anbieterwechsel und Riester-Umstieg

Ab fünf Jahren Laufzeit muss der abgebende Anbieter kostenfrei wechseln lassen. Davor sind bis zu 150,00 € erlaubt. Auch zu Beginn der Auszahlungsphase ist ein Wechsel möglich.

Beim Riester-Umstieg bleibt die bisherige Förderung erhalten. Alternativ wechselst du nur ins neue Fördersystem, das musst du dem Anbieter aktiv erklären. Wechsel können Kosten verursachen.

Vorher lohnt ein Blick auf die Kündigungsfristen im Überblick. Am Rand: Die Frühstart-Rente für Kinder ist ein eigenes Gesetz. Der Bundestag beschloss es am 16. Oktober 2026, der Bundesrat muss noch zustimmen. Nach dem 18. Geburtstag kann das Kapital auf einen zertifizierten Vertrag wie das Altersvorsorgedepot übertragen werden.

Wie sieht der Anbietermarkt aus?

Angekündigte Konditionen

Alle Zahlen in der Tabelle sind angekündigt und vorläufig. Endgültig sind sie erst nach der Zertifizierung. Die Deka-Produkte sollen ab Januar 2027 in allen Sparkassen verfügbar sein.

Anbieter Angebot Angekündigte Kosten (vorläufig)
ING Relax-Depot (Standarddepot) Fondskosten 0,2 % p. a., keine Depot-, Wechsel- und Ordergebühren
Oskar Oskar-Altersvorsorgedepot 0,84 % bis 1,56 % pro Jahr, während Depotführung und Transaktionen vollständig kostenlos sind.
Trade Republic Depot und Sparpläne gebührenfrei, mehrere Dutzend ETFs ohne Produktkosten
Union Investment UniVorsorge Basis / Pro 0,55 % / 1,0 %
DWS Standarddepots / Comfort Standarddepots 0,42 / 0,60 / 0,65 %, Comfort 1,13 %
Scalable Capital Standarddepot laufende ETF-Kosten max. 0,15 %, im ersten Jahr 0 %, sonst gebührenfrei
Smartbroker+ Standarddepot gebührenfrei, ETF-Kosten in den ersten 3 Jahren erstattet
FlatexDegiro Standarddepot Core gebührenfrei, danach max. 0,07 % Produktkosten

Quelle: Stiftung Warentest, Konditionencheck vom 27. Oktober 2026, Abruf 28. Oktober 2026

Die Tabelle ist keine Empfehlung. Sie zeigt, wie weit die angekündigten Standarddepots unter dem Deckel von 1,0 Prozent liegen. Produkte ohne Deckel können teurer sein.

Staatliches Standarddepot

Ein staatliches Standarddepot mit öffentlichem Träger ist ungeklärt. Ein Start am 1. Januar 2027 gilt als eher unwahrscheinlich, weil unklar ist, welcher Träger es anbieten kann. Als Gründe gelten fehlende Verwaltungsstrukturen und europarechtliche Hürden.

Private Anbieter starten unabhängig davon.

Für wen lohnt es sich, für wen nicht?

Wann es sich lohnt

Nach der Rechnung von Finanztip lohnt sich das Altersvorsorgedepot in den allermeisten Fällen mehr als Riester. Ohne Kinder ist es in dieser Rechnung immer besser. Mit Kindern gilt als Faustregel: Ab 300,00 € Riester-Einzahlung pro Jahr, rund 25 € im Monat, ist das Depot besser.

Das beruht auf Annahmen von 6 Prozent Rendite im Depot und 2 Prozent bei Riester, jeweils vor Kosten. Das sind Rechenannahmen, keine Prognosen.

Wann Riester vorerst besser sein kann

Geringverdiener mit Kindern können im neuen Modell schlechter wegkommen. Eine Beispielrechnung von Stiftung Warentest: Ein Elternteil mit drei kleinen Kindern und Minijob zahlt bei Riester 60,00 € im Jahr ein. Dafür erhält es 1.075,00 € Förderung.

Im neuen Modell wären dafür über 300,00 € Einzahlung nötig. Bei sehr geringem Einkommen und mehreren Kindern kann ein Riester-Fondssparplan deshalb zunächst günstiger ausfallen. Den kannst du nur noch bis Ende 2026 abschließen. Ob das für dich zutrifft, klären die Verbraucherzentralen unabhängig und kostenlos.

Das Altersvorsorgedepot passt für viele, aber nicht für jeden. Rechne mit deinen Zahlen, bevor du unterschreibst. Die Anbieterkonditionen sind noch vorläufig.

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Häufige Fragen zum Altersvorsorgedepot

Ab wann kann ich ein Altersvorsorgedepot abschließen?

Abschließen kannst du ab dem 1. Januar 2027. Die Förderung für das ganze Jahr 2027 gibt es auch noch im Dezember 2027.

Wie hoch ist die Förderung beim Altersvorsorgedepot?

Die Grundzulage beträgt bis zu 540,00 € im Jahr, dazu kommen 300,00 € je Kind. Berufseinsteiger erhalten einmalig 200,00 €, wenn sie vor dem 25. Geburtstag abschließen.

Was passiert mit meinem bestehenden Riester-Vertrag?

Er läuft weiter, es gibt keine automatische Kündigung oder Umwandlung. Ein Wechsel ist freiwillig, die bisherige Förderung bleibt dann erhalten, Kosten sind möglich.

Wie hoch sind die Kosten beim Standarddepot?

Die Effektivkosten sind auf 1,0 Prozent im Jahr gedeckelt, inklusive Fondskosten. Günstige Anbieter kündigen deutlich weniger an.

Kann ich den Anbieter wechseln?

Ab fünf Jahren Laufzeit muss der abgebende Anbieter kostenfrei wechseln lassen. Davor sind bis zu 150,00 € erlaubt.

Wann beginnt die Auszahlung?

Nach aktuellem Stand beginnt sie frühestens mit 65 statt bisher 62, außer du beziehst bereits eine gesetzliche Altersrente. Spätestens beginnt sie mit dem 70. Geburtstag. Du wählst zwischen lebenslanger Rente und einem Auszahlplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr.


Leserfrage: Hast du schon eine Vormerkung bei einem Anbieter – oder bleibst du erst einmal bei Riester? Schreib es in die Kommentare.

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Stand: 28. Oktober 2026·Nächste Prüfung: 27. November 2026·Erstveröffentlichung

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Nils
Nils

Hej, ich bin Nils, Gründer von EasyDealz. Seit 2009 jage ich Schnäppchen – erst für mich, dann für eine Community, die inzwischen täglich hier vorbeischaut. Im Magazin beantworte ich die Fragen, die beim Sparen immer wieder auftauchen: Was kostet ein Abo wirklich, welches Gerät lohnt sich in welcher Preisklasse, wie kündigt man ohne Ärger. Recherche und Entwurf entstehen mit KI-Unterstützung, veröffentlicht wird nur, was ich geprüft und freigegeben habe. Fehler gefunden oder einen besseren Deal? Schreib’s in die Kommentare.

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