
Die neue SIM liegt im Briefkasten, aber die alte Nummer soll bleiben – sonst muss jeder Kontakt neu eingespeichert werden. Die Rufnummernmitnahme ist kostenlos: § 59 TKG schreibt seit dem 1. Dezember 2021 0,00 € vor. Gesetzlich kannst du sie bis zu einem Monat nach Vertragsende beantragen, je nach Anbieter länger. Hier siehst du, wie du Schritt für Schritt wechselst und was bei Prepaid, Festnetz und Verzögerungen gilt.
Rufnummernmitnahme kostenlos: Das brauchst du vorab
Kostenlos per Gesetz
Endnutzern dürfen für die Mitnahme keine direkten Entgelte berechnet werden. Das gilt für Festnetz und Mobilfunk, für Privat- und Geschäftskunden.
für eine Rufnummernmitnahme dürfen Ihnen keine Entgelte berechnet werden
Daten und Vertrag bereithalten
Die Mitnahme klappt nur, wenn die Kundendaten bei altem und neuem Anbieter übereinstimmen. Das betrifft Name, Anschrift, Geburtsdatum und Rufnummer. Schon „Deventerweg“ statt „Deventer Weg“ kann die Portierung scheitern lassen.
Die Rufnummer muss immer einem Vertrag zugeordnet sein, beim bisherigen oder beim neuen Anbieter. Frag beim alten Anbieter nach einem Portierungsdatendokument, das geht am schnellsten und vermeidet Fehler. Wer seine Kundenrechte generell kennen will, liest die Rechte bei Gewährleistung und Garantie.
Rufnummer mitnehmen in 5 Schritten
- 1Laufzeit prüfenNach Ablauf der Erstlaufzeit ist ein Mobilfunkvertrag mit einem Monat Frist kündbar, auch nach automatischer Verlängerung.
- 2Früh startenLeite den Wechsel möglichst früh ein, am besten drei Monate vor Vertragsende.
- 3Neuen Tarif wählenBeauftrage beim neuen Anbieter Portierung und Kündigung gleich mit, dann stimmen sich die Anbieter frühestmöglich ab.
- 4Wunschtermin festlegenDer neue Anbieter leitet den Wechsel. Beide Anbieter müssen zusammenarbeiten und dürfen ihn nicht verzögern.
- 5Umschaltung abwartenTausche die SIM, sobald der neue Anbieter es meldet. Die Nummer wird am vereinbarten Tag aktiv, spätestens am folgenden Arbeitstag.
Mehr Hilfe rund ums Vertragsthema findest du in den weiteren Anleitungen im Magazin.
Bis wann geht die Mitnahme und wie lange dauert sie?
Zum Vertragsende oder danach
Nach der Kündigung kannst du die Mitnahme gesetzlich bis zu einem Monat nach Vertragsende beantragen. Anbieter dürfen längere Fristen einräumen. Die Tabelle zeigt drei Beispiele.
| Anbieter | Opt-in vor Vertragsende | Opt-in: Freigabe und Dauer | Auftrag zum Vertragsende |
|---|---|---|---|
| Telekom | Formular oder Rückrufservice | Nummer mindestens 5 Arbeitstage aktiv | 123 Tage vor bis 90 Tage nach Ende der Mindestlaufzeit |
| O2 | Mein-O2-App oder Mein O2 | Freigabe 30 Tage gültig, ca. 8 Werktage | 4 Monate vor bis 30 Tage nach Vertragsende |
| Vodafone | WhatsApp oder Service-Chat | 30 Tage für den Auftrag, ca. 8 Tage | 4 Monate vor bis 3 Monate nach Vertragsende |
Quelle: Anbieter-Hilfeseiten, Abruf 24. Oktober 2026
Vor Vertragsende per Opt-in
Bei Mobilfunk kannst du die Mitnahme jederzeit verlangen, auch vor Vertragsende. Dafür brauchst du beim alten Anbieter ein Opt-in, also eine Freigabe. Danach bekommt die alte SIM eine neue Nummer.
Aus dem laufenden Vertrag dauert die Mitnahme bei Vodafone etwa 8 Tage, bei O2 ca. 8 Werktage. Prepaid ohne feste Laufzeit geht jederzeit, ohne Kündigung und nur mit Freigabe.
Sonderfälle: Prepaid, Festnetz und Markenwechsel
Prepaid und Restguthaben
Bei Prepaid auf Guthabenbasis braucht der alte Anbieter eine Verzichtserklärung, bevor er die Nummer freigibt. Dabei kannst du die Auszahlung des Restguthabens verlangen.
Der bisherige Anbieter erstattet das Restguthaben auf Anfrage, du musst es also selbst anfordern. Verweigert er die Auszahlung, setze ihm schriftlich eine Frist, etwa per Einwurfeinschreiben. Bei Vodafone CallYa läuft das Opt-in per WhatsApp oder per Anruf beim CallYa-Team.
Festnetznummer mitnehmen
Festnetznummern lassen sich nur innerhalb ihres Dienstes portieren, nicht zu Nummern ohne festen Standort. Bei Vodafone klappt es nur beim Umzug innerhalb des Vorwahlgebiets.
Kündige den alten Anschluss nicht selbst, sonst drohen Unterbrechungen. Der neue Anbieter organisiert Kündigung und Mitnahme. Bei Vodafone muss der Vertrag mindestens 30 Tage vor Ende der Kündigungsfrist stehen.
Wechsel innerhalb desselben Anbieters
Zwischen Marken desselben Unternehmens besteht kein Rechtsanspruch auf Mitnahme. Manche Anbieter verlangen dafür Gebühren, etwa Klarmobil (Stiftung Warentest). Bei den 1&1-Drillisch-Marken geht die Mitnahme seit 2024 wie bei einem normalen Anbieterwechsel.
Auch bei Geräten lohnt der Blick auf Fristen: Lesetipp: Garantie kostenlos verlängern.
Probleme und Lösungen
Portierung scheitert oder verzögert sich
Oft liegt es an kleinen Abweichungen bei Name oder Anschrift. Übernimm die Daten unverändert aus dem Portierungsdatendokument des alten Anbieters. Das gilt auch für Tippfehler oder vertauschte Namen.
Nach der Portierung richtest du die Mailbox neu ein. Bei O2 gehen Nachrichten, Einstellungen und Ansagetext verloren, die Kurzwahl wird 333. Bei vorzeitiger Mitnahme zahlst du außerdem den Altvertrag weiter.
Mitnahme und Aktivierung müssen am vereinbarten Tag erfolgen, spätestens am folgenden Arbeitstag. Bei Verzögerung kannst du vom verantwortlichen Anbieter 10,00 € pro Tag verlangen.
Der Dienst darf nicht länger als einen Arbeitstag unterbrochen sein. Danach stehen dir je Arbeitstag 10,00 € oder 20 Prozent des Monatsentgelts zu, je nachdem, was höher ist. Das gilt nicht, wenn du die Verzögerung selbst zu vertreten hast.
Der Altanbieter versorgt dich bis zum Abschluss weiter. Nach Vertragsende darf er dafür 50 Prozent weniger berechnen, tagesgenau abgerechnet.
Entschädigung und Beschwerde
Informiere zuerst den Anbieter. Hilft das nicht, schalte die Bundesnetzagentur per Kontaktformular ein. Sie setzt grundsätzlich keine Geldansprüche durch.
Dafür bleiben Verbraucherzentrale, Anwalt oder die kostenlose Schlichtung. Die Behörde kann eine gesetzeswidrige Leitungsunterbrechung mit bis zu 100.000,00 € Bußgeld ahnden.
Häufige Fragen zu Rufnummernmitnahme
Ja. Seit dem 1. Dezember 2021 dürfen Endnutzern keine Entgelte dafür berechnet werden. Bei vorzeitiger Mitnahme zahlst du aber den Altvertrag weiter. Bei Mobilfunk ja, per Opt-in beim alten Anbieter. Die alte SIM bekommt dann eine neue Nummer, und der Altvertrag läuft bis zum Ende weiter. Gesetzlich bis zu einem Monat, je nach Anbieter länger. O2 nennt 30 Tage, Vodafone 3 Monate, die Telekom bis 90 Tage nach Ende der Mindestlaufzeit. Bei Guthabenbasis gibst du eine Verzichtserklärung ab und kannst dabei die Auszahlung verlangen. Der bisherige Anbieter erstattet das Restguthaben auf Anfrage, fordere es also selbst an. Bei Verzögerung gibt es 10,00 € pro Tag. Bei Unterbrechung über einen Arbeitstag hinaus gibt es je Arbeitstag 10,00 € oder 20 Prozent des Monatsentgelts, je nachdem, was höher ist. Dafür besteht kein Rechtsanspruch, manche Anbieter verlangen Gebühren. Bei den 1&1-Drillisch-Marken geht es seit 2024 wie bei einem normalen Anbieterwechsel.Ist die Rufnummernmitnahme wirklich kostenlos?
Kann ich meine Handynummer schon vor Vertragsende mitnehmen?
Wie lange nach Vertragsende kann ich die Nummer noch mitnehmen?
Was passiert mit meinem Restguthaben bei Prepaid?
Was bekomme ich, wenn die Portierung zu lange dauert?
Kann ich die Nummer zwischen Marken desselben Anbieters mitnehmen?
Leserfrage: Hast du deine Nummer schon mitgenommen – und wo hat es bei dir gehakt? Schreib es in die Kommentare.
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